Freitag- 5. Tag der Sommerschule (DE)

Heute war schon der letzte Tag der Sommerschule. Am Morgen ging es wie immer mit ein paar kleinen Spielen los. Erst wurde das Bewegungsspiel “Ha Hi Ho” gespielt. Dazu stellen sich alle Personen im Kreis auf. Die erste Person hat zunächst beide Arme zusammen über den Kopf. Sie sendet dann ein Signal, in dem sie “Ho” sagt und ihre Arme in Richtung des Empfängers nach unten nimmt. Der nimmt das Signal mit “Ha” an und hebt gleichzeitig seine Arme über den Kopf. Die Personen links und rechts sagen dabei “Hi” und bewegen ihre Arme in Richtung des Empfängers. Der Empfänger wird daraufhin zum Sender usw. Wer zu langsam ist oder einen Fehler macht, muss ausscheiden.

Danach gab es eine lange Liste mit deutschen Zungenbrechern. Hier findet ihr eine Auswahl und könnt es gerne einmal selber ausprobieren:

Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid.
In dem dicken Fichtendickicht pickten dicke Finken tüchtig, dicke Finken pickten tüchtig in dem
dicken Fichtendickicht.
Fischers Fritz fischt frische Fische. Frische Fische fischt Fischers Fritz.
Der Leutnant von Loiten befahl seinen Leuten, nicht eher zu läuten, als der Leutnant von Loiten
seinen Leuten das läuten befahl.
Der Metzger wetzt das Metzgermesser mit des Metzgers Wetzstein, mit des Metzgers Wetzstein wetzt der Metzger sein
Der Cottbuser Postkutscher putzt den Cottbuser Postkutschkasten.
Der Whiskeymixer mixt Whiskey in der Whiskeymixerbar. In der Whiskeymixerbar mixt der Whiskeymixer Whiskey.
Zwischen zwei Zwetschgenzweigen zwitschern zweiundzwanzig Schwalben, zweiundzwanzig Schwalben
zwitschern zwischen zwei Zwetschgenzweigen.

IMG_7523Danach nutzten alle Gruppen den Rest des Tages, um ihr Arbeiten abzuschließen und eine Präsentation vorzubereiten. Diese wurden dann um 16 Uhr gehalten. Die 1. Gruppe beschäftigte sich vorwiegend mit Kriminalakten in Lettisch und Lettgalisch. Dabei fand sie einige interessante Einträge über Menschen, die hunderte Jahre alt wurden und Raubüberfälle, die nicht ganz wie geplant abliefen. Die Gruppe 2 stellte Nachforschungen zum Leben und Wirken von Gotthard Friedrich Stender (1714 – 1796), Arwid Pfeiffer (1847 – 1918) und Carl Johann Wilhelm Neumann (1849-1919). Die 3. Gruppe wertete das Interview mit Andis Lenšs aus und fasste alle gesammelten Informationen zum evangelischen Friedhof und der evangelischen Martin-Luther-Kirche in Daugavpils zusammen. Außerdem erhielten die Teilnehmer eine Urkunde und einen Stoffbeutel von ODIN/VITA als Dankeschön für ihre aktive Teilnahme.

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Am Abend wurde dann zum Abschluss der Woche Bowling gespielt und Pizza gegessen.

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Vielen Dank allen Organisatoren und Teilnehmern für die spannende, informative und lustige Woche! Falls ihr Interesse habt, auch bei einer Sommerschule mitzumachen oder ein anderes Anliegen habt, könnt ihr dem RFZ einfach eine Mail schreiben: vvtc@du.lv

Bis zum nächsten Jahr dann!

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Donnerstag- 4. Tag der Sommerschule (DE)

IMG_7456Am 4. Tag begann der Tag wieder mit ein paar kleinen Spielen zur Auflockerung. Zunächst backten wir alle zusammen Pizza… natürlich nicht im wörtlichen Sinne. Zu dieser Übung stellen sich alle hintereinander in einem Kreis auf und es werden alle Arbeitsschritte zum Zubereiten auf dem Rücken des Vordermanns ausgeführt: Vom Teig kneten über das Kleinschneiden des Gemüses bis hin zum Belegen.

Danach spielten wir noch ein kleines Erklärspiel. Louisa und Claudia hatten auf kleinen Zetteln Wörter vorbereitet, die erklärt werden mussten. Allerdings gab es auch immer 2 Wörter, die nicht verwendet werden durften (z.B. “Vorhang” ohne “Fenster” und “Stoff” oder “Gewitter” ohne “Regen” und “Blitz”). Mit ein bisschen Kreativität haben wir sogar alle Wörter herausgefunden.

IMG_7472Nach dem Sprachunterricht und der Kaffeepause stand dann ein Besuch der 6. Mittelschule an. Diese Schule war früher ein Deutsches Gymnasium und ihr wahrscheinlich bekanntester Schüler war der Schriftsteller Rainis. Dort erlebten wir eine Historische Schulstunde. Die Lehrerin, welche auch wie damals gekleidet war, erklärte uns, wie sich ein Schüler zu benehmen hatte und welche Strafen es gab, wenn er dies nicht befolgte. Dann lernten wir viele interessante Fakten über Rainis und andere bekannte Personen wie Sigismund August Pfeiffer, der ein sehr umfassendes Herbarium anlegte. Als nächstes hatten wir die Möglichkeit, die Schrift der damaligen Zeit zuerst auf Lettisch und dann auf Deutsch zu lesen. Hier könnt ihr ein Zeugnis sehen, falls ihr es auch einmal versuchen wollt:

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IMG_7502Zum Schluss konnten wir dann noch Fragen stellen und uns die Ausstellungsstücke des Museumsraums anschauen. Vielen Dank für die interessante Schulstunde!

IMG_7516Den Nachmittag verbrachten wir Gruppen dann wieder jeweils damit, an ihren Projekten zu arbeiten. Abends stand dann ein Filmabend auf dem Programm. Es wurde “Good Bye, Lenin!” ausgewählt. Der Film spielt in Berlin zur Zeit der Wende, als die beiden Teile Deutschlands wiedervereint wurde. Die Mutter der Hauptperson liegt während dieser Zeit im Koma und als sie aufwacht, spielen ihr alle vor, dass die DDR nach wie vor existiere. Dies führt aber zu einigen Problemen.

Mittwoch – 3. Tag der Sommerschule (DE)

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Galgenraten

Es war bereits die Mitte der Woche. Claudia und Louisa hatten wieder nach dem täglichen Frühstück ein paar Sprachspiele vorbereitet. Diesmal hatten sie wieder zunächst ein bewegungsreicheres Spiel vorbereitet mit dem treffenden Titel „Guten Tag“. Dabei liefen alle Teilnehmer durch den Raum und begrüßten sich gegenseitig, während Louisa verschiedene Emotionen vorgab, wie z.B. „wütend“, „verliebt“, „traurig“ etc. Anschließend spielten die Teilnehmer gemeinsam mit den Freiwilligen das international bekannte Spiel „Galgenraten“, bei welchem ein Wort durch Erraten der Buchstaben gefunden werden muss.

      Anschließend folgten wie gewöhnlich 90 Minuten Sprachunterricht in den drei verschiedenen Gruppen, während Claudia und Louisa schon Vorkehrungen für die Kaffeepause und das Abendprogramm trafen.

Es gab eine kurze Stärkuzuverschenkenng für alle bei der Kaffeepause um 11, wo auch zu verschenkendevortrag julia deutsche Bücher in einer Kiste bereitlagen und viel Anklang fanden. Daraufhin folgten zwei Vorträge der Germanistikstudenten aus Marburg. Zunächst erzählte Julia Ostertag von Eduard von Keyserling und dem literarischen Impressionismus, dann versuchte Naemi Bremecker in ihrem Vortrag, den Teilnehmern den „Heimatbegriff der frühen Moderne“ zu erklären. Die beiden Studenten schafften es sehr gut, mithilfe einfacher Bilder und Vergleiche den deutschlernenden Teilnehmern die Kernessenz ihrer Vorträge zu vermitteln.

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Gruppenbild auf dem Glockenturm

Nach dem Mittagessen iminterview „Plaza“ trafen sich die Gruppe von Dr. Antje Johanning-Radžienė und die Gruppe von Laura Lipska, um gemeinsam zur evangelischen Martin-Luther-Kirche in Daugavpils zu fahren. Dort erzählte der Pfarrer Andis Lenšs den beiden Gruppen von der Entstehung und der vielfältigen Geschichte der Kirche, von der Gemeinde, vom Friedhof und Verbindungen zu deutscher Kultur und Sprache. Die Teilnehmer hatten viele Fragen, die Herr Lenšs ihnen geduldig und freundlich beantwortete. Das gesamte Interview wurde von der EFD-Freiwilligen Claudia Reppin und dem Schüler Jānis Jermakovs auf Tonband aufgenommen, sodass die Informationen auch im Nachhinein noch bis ins Detail verwendet werden konnten.

Nach dieser interessanten Exkursion hatten die Teilnehmer etwas Freizeit, während Claudia und Louisa Vorbereitungen trafen für den Kochabend, der an diesem Tag als Abendveranstaltung angeboten wurde.

Sie bereiteten einkartoffelsalaten Hefeteig vor, der noch einige Zeit ruhen musste, bis man anfangen konnte zu kochen. Gegen 18:30 trafen schließlich die Teilnehmer in der Küche des Wohnheims ein, wo das Essen vorbereitet werden sollte. Auf dem Programm standen Brezeln mit Obatzda (eine bayrische Käsespezialität) und Kartoffelsalat. Die Teilnehmer arbeiteten in verschiedenen Kleingruppen und so schafften wir es, schnell ein leckeres Abendessen zuzubereiten. Der Großteil der Teilnehmer hatte noch nie vorher Brezeln gegessen, geschweige denn Obatzda, und alle waren begeistert von dieser deutschen Spezialität. Es gab sogar noch ein paar Reste, doch die würden im Laufe der nächsten Tage noch gegessen werden. Satt und zufrieden gingen alle bald schlafen.kochen

Dienstag – 2. Tag der Sommerschule (DE)

Früh am Morgen waren Claudia und Louisa wieder im Wohnheim und bereiteten das Frühstück vor, das um 8 Uhr fertig sein sollte. Nachdem alle Teilnehmer wach und gestärkt waren, gingen wir hinüber zur Universität, wo der Tag mit Sprachspielen von Claudia und Louisa begonnen wurde. Diesmal starteten wir mit dem Spiel „Au ja!“, bei dem eine beliebige Aktivität vorgeschlagen wurde und von allem mit einem „Au ja!“  lesend   durchgeführt werden musste. Danach folgte ein Assoziations- und Erzählspiel, bei dem wir uns gemeinsam eine Geschichte ausdachten und jeder einen Satz beitragen musste.

Friedhof

Forschen auf dem Friedhof

Nach einer halben Stunde war es dann Zeit für den Sprachunterricht, der in drei Sprachgruppen stattfand. Dr. Valentina Talerko betreute die Deutschanfänger, während Frau Natalja Jundina die Teilnehmer mit besseren Deutschkenntnissen und Dr. Antje Johanning-Radžienė die weiter Fortgeschrittenen unterrichtete. Claudia und Louisa nutzten die Gelegenheit und wohnten dem Unterricht der Fortgeschrittenen gelegentlich bei. Nach einer Kaffeepause mit Keksen wurde schließlich die gesamte Gruppe durch die Lettgallische Zentralbibliothek geführt. Wir erfuhren interessante Dinge über Autoren und Bücher und bekamen gleichzeitig Materialien für unsere Forschungsarbeit in den Arbeitsgruppen. Die alten deutschen Bücher warArchivarbeiten in Sütterlin geschrieben und erweckten sowohl das Interesse der Deutschen als auch der lettischen Teilnehmer.

Das Mittagessen im Plaza verschaffte uns genug Stärkung, dass wir uns auf die Forschung stürzen konnten. Hier spalteten sich wieder die Gruppen: Die Gruppe um Dr. Antje Johanning-Radžienė ging zum Friedhof, während Laura Lipska mit ihrer Gruppe ins Regionalmuseum zurückkehrte und Valentina Talerko ihre Gruppe ins Zeitungsarchiv führte. 

Windlichter

Windlichter basteln

Nach gut zwei Stunden intensiver Forschungsarbeit waren wir alle um einiges schlauer und froh um die zwei Stunden Freizeit, die uns vor dem Abendessen zustanden. Claudia und Louisa hatten wieder einige Einkäufe zu erledigen, doch auch sie hatten eine kleine Pause, bevor es mit dem Abendprogramm weiterging.

Teilnehmer und Freiwillige, Letten und Deutsche saßen gemeinsam beim Abendessen und berichteten ihren Erlebnissen des Tages. Anschließend organisierten Claudia und Louisa einen Bastelabend für alle Teilnehmer im Wohnheim, bei welchem Windlichter aus Transparentpapier gebastelt wurden. Es war keine leichte Aufgabe, das Papier genau richtig zu falten und keinen Schritt zu vergessen, doch alle Teilnehmer schafften es, ein schönes Windlicht zu basteln. Danach wurde der Spieleabend vom vorherigen Tag fortgesetzt wir spielten gemeinsam „Werwölfe“.

Montag – 1. Tag der Sommerschule (DE)

Frühstück Die Anreise der neun Teilnehmer, die nicht aus Daugavpils kamen, erfolgte am Sonntagnachmittag, wo Louisa und Claudia schon einmal kennenlernen konnten und über die Frühstückszeiten informiert wurden. Die restlichen drei Teilnehmer aus Daugavpils kamen am Montagmorgen zum regulären Beginn der Sommerschule hinzu. 

Nach dem Frühstück um 8 Uhr, welches von Louisa und Claudia im Wohnheim vorbereitet wurde, wurden alle Teilnehmer in der Universität begrüßt. Marina Rumjanceva erklärte kurz den Ablauf Stuhlkreisund das Programm der gesamten Sommerschule, anschließend veranstalteten die Freiwilligen ein paar Aufwärm- und Kennenlernspiele mit den Teinehmern. 

Zunächst wurde ein Namensspiel gespielt, bei welchem die Namen aller Teilnehmer mit einem Adjektiv verknüpft wurden, um sie sich besser zu merken. Danach sollten sich die Teilnehmer nach verschiedenen Kriterien sortieren (z.B. Alter, Größe, wie weit man hergereist ist, wie lange man schon Deutsch lernt…). Um 10 Uhr war es schließlich Zeit für einen Sprachtest, den allle Teilnehmer durchführen mussten, um in drei verschiedene Sprachgruppen eingeteilt zu werden.

Vortrag Prof   Nach diesem gab es eine kurze Kaffeepause und anschließend einen Vortrag von Prof. Aleksandrs Ivanovs über Deutschbalten in Lettland und kulturgeschichtliches Erbe. Als dieser vorbei war, hatten wir schon etwas Hunger – es war Zeit für das Mittagessen, welches wir im Restaurant „Plaza“ hoch über der Stadt im 10. Stock des Hotels „Latgola“ serviert bekamen.

Gut gestärkt machten wir uns danach auf ins Regional- und MuseumKunstmuseum Daugavpils, wo wir eine sehr detaillierte Führung mit vielen interessanten Geschichten miterleben durften. Diese Führung war zudem interessant, weil wir dort schon erste Informationen und Ideen zu der Thematik unserer Arbeitsgruppen bekamen, in welchen wir die ganze Woche arbeiten sollten. Außerdem fanden wir in einem der Ausstellungsräume viele interessante Hüte, die wir natürlich anprobieren mussten.

Die Einführung und Einarbeitung in die Arbeitsgruppen erfolgte nach dem Museumsbesuch in verschiedenen Räumen der Universität. Dr. Antje Johanning-Radžienė war Leiterin der Gruppe, die sich mit dem evangelischen Friedhof und der evangelischen Kirche in Daugavpils auseinandersetzte. Sie bekam UnterstHüteützung in der Gruppe durch Claudia Reppin. Die Germanistikabsolventin Laura Lipska leitete die Gruppe, die sich mit deutschen Persönlichkeiten in Daugavpils beschäftigte. Sowohl Louisa Asfour als auch die zwei deutschen Studenten aus Marburg nahmen an der Arbeit in dieser Gruppe teil, sodass die lettischen Teilnehmer eine ideale Sprachunterstützung hatten. Schließlich gab es noch eine Gruppe zu „Deutsche(n) in Daugavpils im Spiegel lettischer und lettgallischer Periodika“, welche von Dr. Valentina Talerko geleitet wurde. In dieser Gruppe mussten die Teilnehmer der lettischen und lettgallischen Sprache mächtig sein, daher konnte dort kein Deutschmuttersprachler die Teilnehmer unterstützen.

Nachdem man sich etwas in die ThematWorkshop Antjeik seiner Gruppe eingearbeitet hatte, wurde den Teilnehmern zwei Stunden Freizeit gegeben, während Claudia und Louisa Einkäufe erledigten und die nächsten Aktivitäten vorbereiteten. Um 19 Uhr war es schließlich Zeit für das Abendessen, welches wir im Café „Pasaules Brinumi“ bekamen. Es schmeckte allen ausgezeichnet und wir unterhielten uns gut.

Nach dem Abendessen wurde von Claudia und Louisa jeden Abend eine andere Aktivität angeboten. Diese war nicht verpflichtend, aber dennoch nahmen die Teilnehmer das Angebot immer freudig an. Für Montagabend hatten Claudia und Louisa ein paar weitere Kennenlernspiele vorbereitet, doch die Teilnehmer schlugen vor, stattdessen das Spiel „Mafia“ zu spielen, welches die Deutschen unter dem Namen „Werwölfe“ kannten. Das ist ein sehr interessantes Gemeinschaftsspiel, bei dem es viel um Kommunikation und dem Aufdecken von Lügen geht. Claudia und Louisa spielten bis etwa 23 Uhr mit, dann verabschiedeten sie sich von den Teilnehmern im Wohnheim, welche ihr Spiel noch bis tief in die Nacht fortsetzten.